Trimmen/ Stripping  heißt übersetzt : etwas zurecht zupfen.

 

Es gibt verschiedene Methoden einen Hund zu trimmen, weil man auch dabei die verschiedenen Haarstrukturen zu beachten hat.  Getrimmtes Fell wird generell NICHT geschnitten, sondern das nur tote, nicht mehr angewachsene Fell wird entfernt.

 

Trimmfähige Hunderassen sollten auf keinen Fall geschoren werden, weil somit die komplette Haarstruktur des Tieres vernichtet wird. Vor allem betrifft dieses die Rauhaarrassen, die ja nicht grundlos diese Fellstruktur bekamen. Meist sind diese Rassen ursprüngliche Arbeitshunde, die überwiegend, egal bei welchem Wetter, draußen lebten bzw. arbeiteten . Sie brauchten ein robustes Fell als Schutz vor  Gestrüpp, gegen Kälte und vor zu starker Sonneneinwirkung, eines das Wasser abweisend ist und auch wieder schnell trocken wird.  All diese „Dienste“ leistet diese raue Fellstruktur natürlich auch heute noch. Das Fell der Rauhaarassen ist einfach pflegeleicht, und verfilzt kaum, zudem verfügt das Fell über ein wunderschöne kräftige Farbe, was natürlich toll anzusehen ist.

 

Das Fell der Rauhaarrassen wächst in einem stetigen „Kreislauf“, welches sich somit sehr vom menschliches Haar, oder auch das vieler anderer Hunderassen unterscheidet. Also, es wächst nicht endlos lang, wie z.B. bei einem Pudel. Das Rauhaar erneuert sich sozusagen, in dem es nach einer gewissen Periode abstirbt, ausgeht, und somit von unten ein neues Haar nach wächst. Dieser Kreislauf wird unterstützt, in dem der Hund in gewissen Abständen, je nach Rasse und Haarqualität  2-6 mal im Jahr,  getrimmt werden.

                               

 Warum soll man Trimmhunde nicht scheren?

Wie bereits geschrieben, das Haar entwickelt sich in einem gewissen Rhythmus. Es muss „reifen“, damit es später herausgezogen werden kann. Wenn ich dieses Fell nun frühzeitig abschere oder schneide, störe ich den natürlichen Kreislauf. Zudem bleibt das Fell welches denn bereits abgestorben ist auf dem Hund, es wird ja durch das Scheren nur gekürzt. Das wiederum bedeutet, das neue Haar kann nicht richtig von unten nachwachsen. Das sonst harte Fell wird deswegen immer weicher in der Struktur, es hat den großen Nachteil, dass die ansonsten Pflegeleichte Rasse, viel schneller verfilzt, das sonst Wasser und Schmutzabweisende Fell nässt wesentlich schneller durch, und braucht länger zum trocknen. 

 

Außerdem haben viele Rauhaarhunde früher oder später Hautprobleme. Das normalerweise dichte Haarkleid wird immer dünner, viele Hunde sind beinah nackt, es entwickelt sich oft keine richtige Unterwolle mehr.

 

Zudem kommt, da das Farbpigment nur in den Haarspitzen vorhanden ist, dass der Hund seine kräftigen Farben verliert. Sie „verwaschen“ förmlich, was später total unschön aussieht.  Durch das scheren, schneide ich ja immer nur das Fell ab, und der untere Teil des Haares bleibt stehen. Wenn ich Trimme, entferne ich das komplette Haar, und ein neues (mit farbiger Haarspitze) wachst nach.

 

 

 

 

 

( Hier eine halbe getrimmte Vorderfront. Das kurze Fell weißt eine kräftigere Farbe auf, als das Längere, bereits abgestorbene.)

 

Viele Hundehalter haben die Befürchtung, dass Trimmen  den Hunden weh tut. Ich kann Sie beruhigen, wenn man es richtig macht, genießen viele Hunde das Trimmen sogar, weil ich im Prinzip ja eh nur Haare entferne  die bereits abgestorben sind. 

Trimmen dauert in den meisten Fällen natürlich länger als abscheren. Auf der anderen Seite, hält die „Form“ des Hundes auch um einiges länger.  Es ist klar das trimmen für ein Hund aufgrund der längeren „Arbeitszeit“   anstrengender ist. Ich gönne ihnen bei Bedarf eine kurze Pause damit sie etwas entspannen können. In der Regel sind die Hunde dann wieder motiviert und arbeiten dann auch wieder prima mit. 

Es kommt auch mal vor dass ich bei alten oder kranken Hunden zum Teil die Maschine oder Modellierschere nutze, damit sie nicht so lange herhalten müssen.  Es gibt auch Bereiche (bei Hunden die nicht zur Ausstellung gehen)  bei denen ich grundsätzlich nur grob über trimme oder gar nicht. Z.B. unter den Pfoten, Genitalbereich, unter dem Bauch oder zum Teil auch Köpfe und Brustbereich. Das wird von mir individuell   mit dem Hundebesitzer abgesprochen.

Bei Junghunden achte ich sehr darauf, dass dieser nicht überfordert wird. Ein Hund muss lernen, still zu stehen. Oftmals wird ein Junghund noch nicht 100% in Form gebracht, einfach weil dem  Kleinen noch die Geduld fehlt. (Dazu finden sie mehr Informationen, bei den Junghunden)

 

Haar- Restrukturierung

 

Eine besondere Dienstleistung die ich anbiete ist die Haar-Restrukturierung. Oftmals ist es möglich die zerstörte Haarstruktur wieder herzustellen. Dieser Vorgang  ist allerdings mit viel Zeit verbunden, weil das Haar sich nicht von heute auf morgen regeneriert. Ob und inwieweit eine Haar-Restrukturierung erfolgreich sein wird, hängt sehr stark von der Haarqualität des Tieres ab. Manchmal können auch nur Teilbereiche wieder in den „Normalzustand“ gebracht werden, meistens   klappt es sehr gut auf dem Rücken, während das Fell an den Seiten oder Beinen weich bleibt. Dennoch bin ich grundsätzlich für Restrukturierung, wenn ich der Meinung bin  „ein Versuch ist es wert“.  

 

Mit welchen Werkzeugen arbeite ich?

Wie oben bereits angeschrieben, gibt es verschiedene Fellstrukturen bei den Hunden. Es gibt die Harthaar-Rassen (z.B. Westie, Fox Terrier, Welsh Terrier usw.)   und es gibt auch weich-haarige Rassen (z.B. Afghanen, Cocker, Setter)  oder welche mit einer  gemischten Fellstruktur (wie z.B.  Der Bouvier, Russischer Terrier oder auch viele Mischlinge) die   ebenfalls getrimmt werden. 

Ich benutze  Trimmmesser mit verschiedenen Stärken. Allerdings haben diese Messer keine klingen, sondern sind stumpf. Sie dienen lediglich dazu, um das Fell besser fassen zu können. 

Bei den Weich-haarigen Rassen werden das Fell  gezupft. Dieses so genannte Handtrimming, wird dann eben nur mit den Fingern ausgeführt, damit das weiche Haar nicht geschnitten wird und die „zarte“ Unterwolle nicht beschädigt wird.

 

Bei den Mischstrukturen benutze ich, je nach Bedarf Trimmmesser, Finger oder gelegentlich auch Klingenmesser, um das meist längere  Haar schneller  kürzen zu können.